Giancarlo Lamonaca

Works

Untitled (Himmelskeil), Installation view (sketch), City of Klausen/Chiusa, Italy

Untitled (Himmelskeil), Installation view (sketch), City of Klausen/Chiusa, Italy

ANDERSWO

 

Zum Jubiläum "20 Jahre und 100 Ausstellungen" des Stadtmuseums Klausen

Kunst im öffentlichen Raum mit ortsbezogenen Werken zur Stadt Klausen, Südtirol

Werke von Giancarlo Lamonaca

kuratiert von Luigi Meneghelli

in Zusammenarbeit mit Open City Museum

 

Kunst, die versucht Erfahrungen einer „nicht gleichen“ Art gegenüber dem Raum der Gewohnheit zu produzieren, Kunst, die beleuchtet, was „nicht sichtbar“ ist, Kunst, die neue Möglichkeiten öffnet: des Raumes, des Lebenskreises, der Vision. Kunst, die aufhört ein rein autoreferenzieller Fetisch zu sein, verschlossen in seiner eigenen magischen Einfriedung (in der „white box“ der Gallerie oder des Museums) und sich mit dem sozialen und urbanen Kontext verbindet.

Das realisiert Giancarlo Lamonaca mit seinen Fotoinstallationen, die nicht nur Werke, sondern auch Operationen, nicht nur in sich abgeschlossene Bilder, sondern auch Abbildungen sind, die es vermögen den alltäglichen Raum zu verwirren oder zumindest seine von der Geschichte eingefrorenen Aspekte zu verändern und zu vervielfachen.

Dennoch handelt der Künstler nicht mit einer augenscheinlichen Verletzung wenn er sich den Straßen stellt, den Kirchen, den Klausner Fresken. Er transformiert nicht das, was Teil der gewohnten Wahrnehmung ist, in etwas Fremdes oder Exotisches: das Rathaus behält seine überzeugte Imponenz, die Sankt Andreas Pfarrkirche ihre gothische Feierlichkeit, das Dürer-Monument sein obskures plastisches „Atmen“. Man könnte fast sagen, dass die Fotografie die Wirklichkeit unendlich, offenkundig, objektiv, unpersönlich macht. Aber die Idee der bloßen Aufzeichnung genügt Lamonaca nicht: Seine Zielsetzung ist nicht Konsens zu bilden, sondern die Tatsachen der Welt zu begreifen; nicht pure visuelle Informationen darzubieten, sondern das Bewusstsein (oder zumindest den Verdacht) zu stärken, dass jedes realistische Element etwas Mehrdeutiges, Ausweichendes, Rätselhaftes verbirgt oder impliziert. Wenn man z.B. das Werk Ohne Titel (Spirituelle Autorität und temporäre Macht) betrachtet, bemerkt man im Fries oberhalb des Einganges zum Rathaus das Profil eines Bischofs (Kopie des Museums) oder wie in Ohne Titel (Triade) ein Glasfenster mehr auf der Nordfassade der Kirche eingefügt ist. Aber das Spiel kann sich auch umdrehen, wie es in Verlassener Raum geschieht, wo einige strukturale Elemente eines Hauses buchstäblich gelöscht werden. In Bezug auf das Bekannte wird etwas unweigerlich hinzugefügt und etwas anderes weggenommen.

Die „Kohärenz des Erbes“ entzieht sich ihrer selbst und wird durch einen anderen Blickwinkel ersetzt. Aber es handelt sich nicht um eine sichtbare Lüge, um eine metaphysische Illusion. Es geht eher darum zu zeigen, wie jede Form der (Er-)Kenntnis in sich eine Art potenzielles und hypothetisches imaginäres Repertoire hütet. Im gegebenen Raum öffnet Lamonaca einen mehrfach konjekturalen Raum. Auf der Fassade der Mittelschule (Ohne Titel: Matrize) bringt er ein Paneel an, auf dem man das Innere sieht, welches sich ausdehnt, sich zerlegt und wieder zusammenfügt, wie in einem kubistischen Bild. Für ihn muss sich die Welt vergrößern bis sie nicht mehr greifbar wird. Sie muss die Grenzen der Ordnung überschreiten um eine unbestimmte Dimension zu erreichen, im Gleichgewicht zwischen Erinnerung und Folgezeit, zwischen Geschichte und Vorwegnahme der Zukunft.

Auch die fotografischen Drucke, die in den Räumen des Stadtmuseums aufbewahrt sind, rufen die Idee von fast flüssigen, im Ausblenden begriffenen Abbildungen ohne Identität. Sichten auf die Strassen von Klausen, des Säbener Aufgangs, des Verkehrs auf der Autobahn, welche durch die Methode der Überblendung entstehen. Mehrere Schnappschüsse, mehrere Belichtungszeiten, mehrere Zeitpunkte werden in einem gleichen Moment gesammelt, aber ohne ein Mehr an Vision, an Vertiefung oder an Bereicherung zu schaffen, sondern vielmehr indem diese Vision aufgelöst wird. Es ist, als ob es Nichts gäbe, das jemals fixiert gewesen oder wirklich gesehen worden sei, und als ob man darauf abziele, die unendlichen Aktionen und Schicksalsschläge aufzuzeigen, um das Sujet zu ergreifen.

Auf diese Weise erhascht man weniger das Sujet selbst, sondern eher sein Vergehen (oder Überschreiten). Man schafft Bilder, die niemals enden, die nie unter unseren Augen enden und die vor allem nicht hier, sondern wer weiß wo und wann, begonnen haben. Darin steckt der Grund für die Intuitionen, die Vorahnungen, die labilen Beweise, welche die Betrachtung dieser Bilder in uns hervorruft. So als würde man sagen, dass auch in diesem Zyklus von Werken jede Sache in allen möglichen Arten und Weisen unveränderlich beobachtet, umgerührt und neugeordnet werden kann.

Sowohl vor den über die Stadt verteilten Installationen als auch vor den im Museum ausgestellten Fotos ergreift uns immer eine geheimnisvolle Unruhe. Wir befinden uns andauernd vor der Unvorhersehbarkeit des gewohnten Ortes, vor der vom objektiven Vergleich vermummten Fälschung. Die Poetik des Lamonaca ist die der Verrückung und der Translation, die Logik des „Anderswo“. In seinen Abbildungen sind wir aufgerufen auch das zu suchen, was nicht ist, die mögliche Alternative, das andere Gesicht der Welt: wenn man so will, das versteckte oder de-kontextualisierte Objekt aus seiner Höhle zu jagen, wie in einer Detektivgeschichte oder einem Roman von Poe.

 

Luigi Meneghelli

ALTROVE

 

Per il giubileo "20 anni e 100 mostre" del Museo Civico di Chiusa

Mostra d'arte pubblica con installazioni in situ sulla città di Chiusa, Alto Adige

Opere di Giancarlo Lamonaca

A cura di Luigi Meneghelli

In collaborazione con Open City Museum

 

L’arte che tenta di produrre esperienze “altre” rispetto agli spazi dell’abitudine, l’arte che illumina il “non visibile”, aprendo nuove possibilità di luogo, di abitazione, di visione.
L’arte che smette di essere puro feticcio autoreferenziale, chiuso nel proprio recinto magico (nel “white box” della galleria o del museo) e prende a relazionarsi con il contesto sociale e urbanistico.

E’ quanto cerca di realizzare con le sue fotoinstallazioni Giancarlo Lamonaca: non solo opere, ma anche operazioni, non solo immagini concluse in sè, ma anche immagini capaci di perturbare lo spazio quotidiano o, quantomeno, di alterarne e moltiplicarne gli aspetti congelati dalla Storia.

Eppure, nel suo affrontare le strade, le chiese, i monumenti, gli affreschi di Chiusa l’artista non attua una effrazione palese, non trasforma ciò che fa parte dell’usuale esperienza percettiva in qualcosa di estraneo o di esotico: il Municipio mantiene la sua decisa imponenza, la Chiesa Parrocchiale di Sant’Andrea la sua solennità gotica, il monumento a Dürer il suo oscuro “respiro” plastico. Al punto che si potrebbe quasi dire che la fotografia eternizza la realtà, la rende patente, oggettiva, impersonale. Ma la nozione di mera registrazione non basta a Lamonaca: il suo obiettivo non è quello di costruire consenso, ma comprensione dei dati del mondo, non quello di offrire pure informazioni visive, quanto la coscienza (o, almeno, il sospetto) che ogni elemento realistico implichi o nasconda qualcosa di ambiguo, di elusivo, di enigmatico. Se si osserva, ad esempio, l’opera Senza titolo (autorità spirituale e potere temporale) si può notare come sopra al fregio posto all’entrata del palazzo del Municipio sia collocata la sagoma di un vescovo (copia da museo) o come in Senza titolo (triade) sia inserita una vetrata in più sulla facciata nord della Chiesa. Ma il gioco può anche capovolgersi, come accade in Spazio abbandonato, dove alcuni elementi strutturali di una casa vengono letteralmente cancellati. Qualcosa è immancabilmente aggiunto, qualcosa è tolto, rispetto a ciò che è conosciuto. La “coerenza ereditaria” è come sottratta a se stessa e sostituita da un modo diverso di guardare le cose. Ma non si tratta di una menzogna visiva, di una illusione metafisica, quanto piuttosto di una maniera per mostrare come ogni forma di conoscenza custodisca in sé una sorta di repertorio immaginativo potenziale, ipotetico. Nello spazio dato, cioè, Lamonaca apre uno spazio congetturale, plurimo. Sulla facciata della scuola media (Senza titolo: matrice) applica un pannello su cui si può vedere l’interno che si dilata, si scompone e ricompone, come in un quadro cubista. Per lui il mondo deve ampliarsi fino a diventare inafferrabile, deve superare i limiti dell’ordine, per accedere ad una dimensione indeterminata, in bilico tra memoria e avvenire, tra storia e prefigurazione del futuro.

E anche le stampe fotografiche, raccolte nelle stanze del Museo Civico danno l’idea di immagini senza identità, quasi liquide o in dissolvenza. Vedute delle vie di Chiusa, della Salita di Sabiona, del traffico dell’autostrada, ottenute attraverso il metodo della sovrimpressione. Più scatti, più durate, più tempi raccolti in uno stesso tempo. Ma senza avere un più di visione, un suo approfondimento o un suo arricchimento, quanto invece una sua perdita, un suo sfaldamento. E’ come se niente fosse mai fissato e mai “visto” davvero e si mirasse a mostrare le infinite azioni e peripezie per cogliere un soggetto.

Solo che così, più che il soggetto, si coglie il suo passare (o trapassare), si afferrano immagini che non finiscono mai, che non finiscono qui sotto ai nostri occhi, ma che soprattutto non sono iniziate qui, ma chissà dove e chissà quando. Ecco, perchè, osservandole, si hanno solo delle intuizioni, dei presagi, dei labili indizi. Come dire che anche in questo ciclo di lavori ogni cosa può essere invariabilmente osservata, rimescolata e riordinata in tutti i modi possibili.

Così, sia davanti alle installazioni dislocate per la città che alle foto esposte nel Museo, ci afferra sempre una misteriosa inquietudine. Ci troviamo di continuo di fronte all’imprevedibilità del luogo comune, al falso camuffato da ragguaglio oggettivo. Quella di Lamonaca è la poetica dello spostamento e della traslazione, la logica dell’”altrove”. Nelle sue immagini siamo chiamati a cercare anche quello che non c’è, l’alternativa possibile, l’altra faccia del mondo: a stanare, se si vuole, l’oggetto nascosto o decontestualizzato, come in un racconto poliziesco o in un romanzo di Poe.

 

Luigi Meneghelli

Das Stadtmuseum Klausen feiert mit dieser Jubiläumsausstellung 20 Jahre Ausstellungstätigkeit und zeigt damit die Stadt aus einem neuen Blickwinkel. Die Arbeit will den städtischen Charakter von Klausen neu interpretieren und Elemente der Geschichte, Kultur und Architektur hervorheben, die Klausen zur Künstlerstadt und zu einem Ort des sozialen und intellektuellen Austausches machen. Giancarlo Lamonaca realisiert für die Stadt und ihr Umfeld einen alternativen Identifi kationsprozess, der Bewohner und Besucher, die am alltäglichen Wandel teilhaben, gleichermaßen einschließt. Im Rahmen des Kunst und Kulturprojektes Open City Museum stellt der Künstler seine Arbeit als Erfahrungsinstrument zur Verfügung und unterstützt damit die Öffnung und Refl exion, die den Dialog und Austausch zwischen den BürgerInnen erst möglich machen.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturgüterverein Klausen können weitere Details über die Interventionen des Künstlers und dem Denkmalbestand der Stadt eingesehen werden: Jedem Werk in der Stadt ist ein QR-Code assoziiert, der durch die Nutzung von Smartphones direkten Zugang zur Internetplattform des Kulturgütervereins ermöglicht (www.kgv-klausen.it), wo weitere Informationen zu fi nden sind. Des Weiteren wird die Plattform www.opencitymuseum.com alle Schritte zur Installation der Werke und die Entwicklung des Projektes festhalten, um das Publikum von Anfang an in einen didaktische Aktion und Gegenüberstellung einzuschließen.

Il Museo Civico di Chiusa festeggia il 20º anno d’attività espositiva con questa mostra che rappresenta un approccio inedito per la città. L’artista Giancarlo Lamonaca reinterpreta il paesaggio urbano della città di Chiusa e mette in risalto elementi della sua storia, cultura e architettura che la caratterizzano come città d’arte e zona di contatto per lo scambio intellettuale e sociale. L’artista realizza un processo d’identifi cazione alternativo della città, anche in relazione con gli abitanti e passanti che partecipano al mutamento quotidiano. Nell’ambito del progetto interculturale d’arte Open City Museum, Giancarlo Lamonaca propone l’oggetto d’arte come strumento conoscitivo e di rifl essione per la crescita individuale e collettiva della società: le operazioni negli spazi cittadini avviano il dialogo e l’interazione fra le persone e promuovono la rifl essione e l’apertura verso l’altro.

In collaborazione con l’Associazione Beni Culturali di Chiusa (Kulturgüterverein Klausen) è possibile conoscere i dettagli degli interventi dell’artista e del patrimonio storico-artistico della città nel momento stesso in cui si è di fronte ad essi: ogni intervento in città è accompagnato da un QR-Code che attraverso uno smartphone dà la possibilità di accedere al sito web dell’Associazione Beni

Culturali di Chiusa (www.kgv-klausen.it), dove si trovano tutte le informazioni. Inoltre, il sito del progetto www.opencitymuseum.com registra gli aggiornamenti graduali del allestimento e dello sviluppo del progetto con il fi ne di coinvolgere il pubblico fi n da subito in un’azione didattica e di confronto diretto con l’arte contemporanea.

Open City Museum versteht das Museum als Ort des Dialoges, des Austausches und der Beteiligung zwischen den Bewohnern der Stadt.

 

Die Museen jeder Stadt können zu einer Bildung eines Gemeinschaftssinnes und zu der Entwicklung einer „plurikulturellen“ Identität beitragen, da sie einen Ort des gegenseitigen Austausches, des Dialoges und des Teilens von Erfahrungen für alle Mitglieder der Gesellschaft darstellen. Das Ziel von „Open City Museum“ ist es, den Museen die Möglichkeit zu geben, „offene Museen“ zu werden, die die Identifizierung und das Zusammenleben fördern. Sich Teil des Museums fühlen und das Museum als ein Teil des eigenen Wesens verstehen ist durch einen Prozess der Öffnung von Seiten der Museen möglich, nach dem Motto “from the people, through the museum, to the people” (M. Jiménez Rosano, 2012). Das aktive Mitwirken der Besucher in den Prozessen der Projektierung und Realisierung der Museumsaktivitäten, machen sie zu den eigentlichen Protagonisten des künstlerischen und kulturellen Angebotes.

Open City Museum concepisce il Museo come luogo di dialogo, di scambio e di condivisione fra i membri della comunità

 

I musei di ogni città possono contribuire alla creazione del senso di comunità e allo sviluppo dell’identità pluriculturale, in quanto rappresentano un luogo di scambio, di dialogo e di condivisione di esperienze per tutti i membri della società di cui sono parte. Dare l’opportunità ai musei di diventare “musei aperti” che promuovono l’identifi cazione e la convivenza è l’obiettivo di Open City Museum.

Sentirsi parte del museo e sentire il museo come proprio è possibile attraverso un approccio di apertura da parte dei musei in un processo del tipo “from the people, through the museum, to the people” (M. Jiménez Rosano, 2012), che privilegia la partecipazione attiva del pubblico nei processi di progettazione e realizzazione delle attività museali, rendendoli veri protagonisti dell’offerta artistica e culturale.